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Podcast-Entstehungsgeschichte
Handy & Co.

In der Bahn sitzt mir gegenüber ein junges Mädchen. Ihr Blick ist unruhig, sie sieht immer wieder auf ihr Handy. Ich genieße die vorbeifahrende Landschaft und denke nach. Dabei bekomme ich aus dem Augenwinkel mit, wie sie plötzlich wie wild an ihrem Handy herumfingert. Die Daumen fliegen in einem Affenzahn über die Tastatur und drücken, streicheln die kleinen Gummiknöpfe. Dann hält sie plötzlich inne, und auf ihrem Gesicht erscheint ein entspanntes Lächeln. Schnell jedoch weiten sich ihre Augen wieder, und das Gefingere geht wieder los. Immer abwechselnd erscheint Hektik und abwartende Ruhe auf ihrem Gesicht.

Plötzlich ein kleiner Schrei: So’n Mist! Wieso ist jetzt kein Netz?

Eine Katastrophe. Sie hämmert wie wild. Schaltet nervös das Ding aus. Dann wieder genauso nervös ein. Nix. Kein Netz. Ihr Gesicht rötet sich. Der Brustkorb hebt sich in kurzen Abständen. Keine Frage, sie hat gerade enorm hohen Bluthochdruck. Ich versuche, sie zu beruhigen. Es wird schon werden. Bald ist das Netz wieder da. Nein, das hatte sie schon öfter und immer dann, wenn es wichtig ist. Ja, klar, so spielt das Leben. Schauen Sie doch mal nach draußen, die Sonne scheint, man kann entspannen beim Zugfahren, sich ein paar Gedanken machen. Sie starrt mich an. Gedanken machen? Ich glaube, davon hat sie noch nie etwas gehört. Wahrscheinlich weiß sie gar nicht, was Gedanken sind.

Ich biete ihr meine Zeitung an. Nein, ihre Haare fliegen wild. Sie starrt beschwörend auf den kleinen Bildschirm. Komm endlich, los, mach. Aber das Netz lässt auf sich warten. Hat gerade keine Lust. Ich muss grinsen. Sie kramt in ihrer Tasche, da ist noch ein Handy. Aber sie klappt es gleich wieder zu. Die Karte ist ja leer. Und jetzt? Sie schaut sich im Abteil um. Will sie sich ein Handy leihen? Macht doch keinen Sinn, ihre SMS kann sie ja nur auf ihrem sehen. Oder will sie die Notbremse ziehen und den Wagen verlassen? Sie steht tatsächlich auf. Ich rutsche auf dem Sitz nach außen, das muss ich sehen. Was macht sie denn jetzt in ihrer Not?

Tatsächlich spricht sie einen Jungen an. Der gibt ihr sein Handy. Das scheint ein Netz zu haben. Wackelnd im Stehen fingert sie jetzt auf diesem Teil herum. Langsam entspannt sie sich wieder.

Als sie wieder mir gegenüber Platz nimmt, habe ich mein Handy in der Hand.

Sie haben ein Handy? Ja, sogar mit Netz.

Wie bei einem Süchtigen weiten sich ihre Augen und ihre Hände strecken sich bettelnd, sehnsüchtig in meine Richtung.

Sendung 144 Lotto

Ist doch ganz einfach! Sechs Kreuze ins Gitternetz malen und schon kommt das Glück. So ganz ohne Leistung. Also, bitte. Ich habe das schönste Muster von allen gemalt. Und trotzdem kein Glück …

Sendung 145 Stress im Auto

Tempo 30, Mittelspurfahrer, rote Ampeln, Linksabbieger. Ach, wären doch die Straßen frei für freie Bürger! Und die anderen Bürger? Die lästigen, langsamen Hindernisse für die Superschnellen? Freimachen, die Straßen freimachen sollen die. Was sonst?

Sendung 146 unterinformiert

Ist der Bürger ständig unterinformiert? Ja, könnte sein. Ach, und wie ändert er das? Lesen? Hören? Sehen? Ja, genau. Und wenn das alles bloß verwirrt und vieles wegen des beliebten Fach-Chinesisch unverständlich ist? Tja, Pech – oder Fach-Chinesisch lernen!

Sendung 147 Eijafjallajökull

Jetzt hat sie es uns aber gezeigt. Die Erde. Jeder muss nach ihrer Pfeiffe tanzen: Bundeskanzlerin, Piloten, Gemüsehändler, Chefchirurg, Börsenmakler, Mallorca-Fan. Und alle haben eine Erkenntnis. Über das, was wirklich wesentlich ist. Ach, ja?

Sendung 148 Dienst am Menschen

„Drücken Sie die Eins, die Zwei, die Sieben.“ Diese verdammten Abzocker. Goldene Nasen verdienen die sich mit dem Service-Hotline-Nebengeschäft. Service-Wüste Deutschland. Alles muss man bezahlen. Ja – und warum ist das so?

Sendung 149 Schulden

Schulden sind normal. Wer etwas haben will, leistet es sich. Bezahlen? Irgendwann. Kredit und Pump heißen die Zauberworte. Blöd nur, die entpuppen sich gerade als fauler Zauber!

Sendung 150 Fünfzig Jahre Pille

Sexuelle Revolution und die Antibaby-Pille. Gehört das zusammen? Nö. Furore von beidem in den sechziger Jahren war reiner Zufall? Ja, genau. Ohne oder mit der Pille für den Mann hätten wir auch revoluzzert. So, so.

Sendung 151 Charisma

Menschen mit Charisma manipulieren. Sie setzen ihre Gabe rücksichtslos und eigennützig ein. Oder sind sie klüger, lebendiger, weitsichtiger, lebensfroher und sehen die Welt klarer als andere? Ihre Anhänger sind davon überzeugt.

Sendung 152 Der Ernst des Lebens

Ein runder Geburtstag ist toll. Zehn Jahre, endlich Teenager! Zwanzig Jahre, endlich unabhängig! Dreissig, oh, oh. Vierzig, na ja. Fünfzig, neiiiiiiin, schwach neunundvierzig! Jedenfalls verdrückt sich mit 50 der Ernst des Lebens wieder. Wenn er denn da war.

Sendung 153 Verhältnisse

Verhältnisse zu berechnen lernt man schon in der Schule. Das Leben lehrt, wie gefährlich Verhältnisse sein können. Laut unseren Staatslenkern zwingen Verhältnisse gerade zum Sparen. Warum lassen wir nicht einfach die Finger von den Verhältnissen?

Sendung 154 Public Viewing

Public Viewing, Vuvuzelas – lasst uns die Nachbarn wegtröten. Wir wollen Spaß, Spaß, Spaß. Wir sind ein Volk, ein Fußballvolk. Weil das so gut funktioniert, tröten wir danach die verlogenen Politiker weg. Oder geht das dann nicht mehr?

Sendung 155 Mittelschicht

Mitte bedeutet Stabilität. Sie bedeutet aber auch Offenheit und Flexibilität. Nach allen Seiten. Und jetzt hat diese Mitte Panik, heißt es. Panik vor zu großer Flexibilität; nach unten. Und wer ist das, diese sogenannte Mittelschicht?

Sendung 156 Fairness

Tor, Tooooor. Jeder hat‘s gesehen. Aber nix Tor. Weil jemand eine Brille braucht? Weil niemand Fairness für den Gegner fordert? Nein, weil Fairplay auf dem Rasen ein Unbeteiligter bestimmt. Ach so. Auch gegen den Gerechtigkeitssinn aller?

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